Frühstück bei Tiffanys und Dinner in Monmartre

Ich liebe ja Zugfahren. Einsteigen, zurücklehnen, die Seele kurz mal baumeln lassen und wenn man aussteigt ist man im besten Fall direkt da, wo man hinwollte. Und wenn man dann mal aus dem Fenster schaut sieht man Städte, Dörfer und Natur an einem vorbeiziehen. Da denke ich nur zu gern an meinen letzten Kurztrip nach Paris zurück. Morgens in den ICE gestiegen und vormittags war ich auch schon in Paris, genauer gesagt am Gare du Nord in Monmartre, dem Künstlerviertel Paris‘. Ein Ausflug der sich lohnt. Paris ist einfach eine überwältigende Metropole und egal wo man mit der Metro hinfährt erlebt man eine vollkommen andere Welt. Und die Franzosen verstehen sich nicht nur in Sachen Kunst, sie sind natürlich auch eine Hochburg des guten Geschmacks. Die französische Küche versteht sich als Kunst, daher trifft die Bezeichnung haute cuisine vollkommen zu und sucht in Europa seinesgleichen.

Schon beginne ich wieder zu schwärmen und wünschte, ich könnte gerade wieder in die Bahn steigen und los – mal kurz in Paris abtauchen. Nach dem standartmäßigen Touristenkram, Eifelturm, Notre Dame, Arc de Tr, Versailles, Galleries Lafayette und ein Tagestrip ins Louvre, bleibt einem hoffentlich noch Zeit, um abseits der bekannten Wege Paris zu erkunden. Ich persönlich habe mich in Monmartre verliebt. Ein Stadtteil, der so vielfältig und bunt und jung ist, dass man sich gleich wohl fühlt. In dem Künstlerviertel kann man an jeder Straßenecke etwas Neues entdecken. Genau dort haben wir ein kleines wunderschönes Restaurant (Le Relais De la Butte) entdeckt, in dem man zwar die haute cuisine vergeblich sucht aber das die traditionelle französische Küche und die Lebenslust zelebriert. Die Leute sitzen auf dem Platz vor dem Restaurant, essen, trinken und unterhalten sich. Sie genießen jeden Moment, den sie mit Freunden zusammen verbringen und wenn es dann dabei noch gutes Essen und leckeren Wein gibt ist es natürlich umso besser. Genauso halten wir es auch. Wir schauen auf Monmartre herab und in der Ferne sehen wir nochleuchtend emporragend den Eifelturm während wir unseren Apperetiv genießen und auf unseren Paristrip anstoßen.

Da kommt auch schon unsere Vorspeise, eine geniales Brotsüppchen mit einer Käsekruste im Brot serviert. Jeder Löffel des heißen Geschmackserlebnisses rinnt über meinen Gaumen, durch meine Kehle und hinterlässt eine wohlschmeckende Erinnerung. Und obwohl es jetzt schon dunkel ist und es langsam etwas frisch draußen wird, merken wir davon kaum etwas, denn die Suppe wärmt uns von innen heraus und die Lichter der Metropole flimmern und flackern und erhellen die Stadt. Einfach ein fantastischer Abend. Nachdem wir uns noch etwas an all diese großartigen Eindrücke laben durften, wird uns der Hauptgang serviert. 

Wenn man jetzt schon glaubt, dass es nicht mehr besser werden kann, dann wird man eines Besseren belehrt. Die Meister der Patisserie und Desserts bringen uns den Höhepunkt des Menüs. Die beste Creme Brûlée, die ich jemals probieren durfte und eine Ganache aus dunkler Schokolade auf einem Vanilleschaum und frischen Beeren. Das absolute Highlight. Hier haben der Hashtag

#Foodporn und #Foodgasm also seinen Ursprung, denke ich, denn ein Laut der Lust entfährt mir, als die Nachspeise meine Zunge berührt. Die zart schmelzende, schokoladig süße Ganache, der lockere leicht nach Vanille schmeckende Schaum und die frischen, säuerlich-fruchtigen Beeren vereinen sich zu einem unvergleichbaren Geschmackserlebnis. Falls die Evolution zu einem bestimmten Ziel führen sollte, dann zu genau diesem Dessert. Ein köstliches Menü und ein wundervoller Abend und ein unbeschreiblich schöner Tag nährt sich dem Ende als wir noch unseren herrlichen Wein austrinken und über einen Abstecher zum Mulin Rouge, wo wir vor der Roten Mühle und der rot erleuchteten Kulisse noch das obligatorische Foto machen, machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Hotel.

Cremé Brûleé

Zutaten:

200 ml Milch , 400 ml Sahne, 1 Vanilleschote, 1 msp gemahlene Vanilleschote, 75 g Zucker, 5 Eigelbe 
 
Zubereitung:
1.

Sahne und Milch mit dem Mark einer Vanilleschote und der gemahlenen Vanilleschote aufkochen. Dafür die Vanilleschote längs halbieren/aufschneiden und mit dem Messerrücken das Mark herauskratzen und der Sahne-Milch Mischung beifügen.

Pot Secret:

Die ausgekratzte Vanilleschote kann ebenfalls der Milchmichung hinzugegeben werden. So intensiviert sich das Vanillearoma.Man kann die Schote hingegen auch wunderbar in ein Gefäß mit Zucker geben, um so einen natürlichen Vanillezucker herzustellen. Dafür sollte die Schote vorher mit einem Küchentuch trocken getupft werden, damit der Zucker nichts verklumpt.

2.


Eigelbe und Zucker in einer großen Schüssel verrühren.

3.


Die Schlagschüssel auf ein heißes Wasserbad setzen. Die heiße Vanillesahne unter ständigem Rühren zu den Eiern geben. Über dem heißen Wasserbad rühren, bis die Masse bindet. Bei etwas 75°C bekommt die Cremé eine Konsistenz, die der einer Vanillesauce ähnlich ist.

Pot Secret:

Der Schüsselboden darf das Wasser nicht berühren, sonst gerinnt die Masse. Der ganze Vorgang lässt sich sehr gut mit einem Thermometer kontrollieren.

4.


Die gebundene Masse sofort durch ein Sieb in eine gekühlte Schüssel gießen, damit diese nicht weiter stocken kann. Anschließend die Vanillecreme in 4 tiefe ofenfeste Schalen (á ca. 250 ml) verteilen. Die 2/3 im Wasser stehen. Im vorgeheizten Ofen bei 140°C (am besten Ober- & Unterhitze) auf der untersten Schiene 70 – 80 Minuten garen. Am besten über Nacht auskühlen lassen.

5.


Vor dem Servieren gleichmäßig mit Zucker (weißer oder brauner) bestreuen. Alsdann den Zucker mit einem Küchenbunsenbrenner karamellisieren und servieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere